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Montanregion Erzgebirge UNESCO-Weltkulturerbe – Freiberg

Montanregion Erzgebirge – einzigartige Kulturlandschaft

Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří – UNESCO-Weltkulturerbe seit 2019: Bergstädte, Besucherbergwerke und Kulturlandschaften auf deutscher und tschechischer Seite.

Ein herzliches „Glück auf!“ lädt Sie ein, die einzigartige montane Kulturlandschaft Erzgebirge/Krušnohoří über und unter Tage zu entdecken. Unser gemütliches Ferienhaus liegt mitten in der Montanregion Erzgebirge – in ruhiger Lage am Rand von Crottendorf.

UNESCO-Weltkulturerbe Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří

Seit Juli 2019 gehört die Montanregion Erzgebirge zum UNESCO-Welterbe. Die ergiebigen Funde von Kobalt, Silber, Zinn, Eisen und Uran beeinflussen seit mehr als 850 Jahren das Leben der lebendigen erzgebirgischen Kulturlandschaft. Die Einflüsse des Bergbaus in den Bergstädten und Landschaften sind noch immer sichtbar und weltweit einzigartig.

Nirgendwo in Deutschland gab es so viele historische und authentische Geschichten des Bergbaus, faszinierende Bergstädte, imposante Sakralbauten, Besucherbergwerke und Kunstwerke mit bergmännischem Bezug wie hier. Haldenzüge und Stollenmundlöcher künden ebenfalls von diesen Wurzeln. Auf den etwa 275 Kilometern zwischen Dresden und Zwickau und auch grenzübergreifend nach Tschechien hinein verbindet die Sächsisch-Böhmische Silberstraße eindrucksvoll die Geschichte. Alljährlich am ersten Wochenende im Juni finden im Erzgebirge Bergbau-Erlebnistage statt. Wanderungen durch die Montanlandschaft, bergbauliche Führungen sowie Veranstaltungen in Bergstädten, Schlössern und Burgen laden dazu ein, das Welterbe mit eigenen Augen zu entdecken.

Was ist das UNESCO-Welterbe Montanregion Erzgebirge?

Mit ihren grenzübergreifenden 22 Bestandteilen und über 400 Einzelobjekten auf sächsischer und tschechischer Seite repräsentiert die Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří seit 2019 das bergbauhistorische Erbe der Region und die damit verbundenen einmaligen Kulturschätze. Neben den Kulturschätzen und den Erlebnissen unter Tage ist es aber auch die beeindruckende Natur, welche das UNESCO-Welterbe Montanregion Erzgebirge individuell und mit allen Sinnen erlebbar macht. Zahlreiche Wanderwege und Bergbaulehrpfade führen durch die vom Bergbau geformte Landschaft. Historische Bergwerke, Schächte, Wassermanagementsysteme, Halden und Forstgebiete erzählen von einer lebhaften Bergbaukultur, die zurückgeht auf das Jahr 1168, als nahe der Stadt Freiberg Kaufleute Silberfunde entdeckten.
1520 wurden hier erstmals Silbertaler geprägt, die lange Zeit als Vorbild für verschiedene europäische Währungen und den amerikanischen Dollar galten.

Bergbau erleben im Besucherbergwerk

800 Jahre Tradition, 1.000 Erzgänge und aktiver Bergbau – das Freiberger Besucherbergwerk „Reiche Zeche“ ist ein Bestandteil des Forschungs- und Lehrbergwerkes der TU Bergakademie Freiberg und eines der bedeutendsten in Sachsen. Die Freiberger Lagerstätte war Grundlage für die Entwicklung des Bergbau- und Hüttenwesens im Erzgebirge. Das „unterirdische Freiberg“ erstreckt sich auf einem Gebiet von fünf mal sechs Kilometern unter der Silberstadt und darüber hinaus. In seiner gesamten Bergbaugeschichte wurden circa 5.000 Tonnen wertvolles Silber aus dem Boden des Reviers geholt und machten Freiberg zur Silberstadt. Besucher können hier den vergangenen Erzbergbau hautnah erleben. Im Zeichen der Freiberger Bergbautradition können die Gäste Wissens- und Sehenswertes über die Mühen und die technischen Meisterleistungen der Bergarbeiter aus dem 14. bis 20. Jahrhundert erfahren. Mit dem Förderkorb geht es 150 Meter in die Tiefe des Schachtes, wo das untertägige Streckensystem in verschiedenen geführten Touren von ein bis fünf Stunden Dauer unverfälscht befahren werden kann.

Bestandteile des Welterbes auf sächsischer Seite

Bergbaulandschaft Hoher Forst bei Schneeberg

Die historische Altstadt Schneebergs, zahlreiche Fundgruben in der Umgebung, der Filzteich und auch das Siebenschlehener Pochwerk sind nur einige Sehenswürdigkeiten der Montanlandschaft Schneeberg, die damit auch Teil des Welterbes Montanregion sind. Bereits ab 1306 begann in diesem Gebiet zunächst das Schürfen nach Silber-, später nach Kupfererzen; es entwickelte sich eine Bergstadt. Nachweislich bis ins 20. Jahrhundert gab es Bergbautätigkeiten. Heute zeugt das montanarchäologische Bergbaudenkmal von der wechselvollen Geschichte dieses Bergbaustandortes.

Welterbe Montanregion Erzgebirge – Schneeberg

Viele der aus dem 18./19. Jahrhundert stammenden Aufbereitungsanlagen & bergmännischen Gebäude sind erhalten geblieben. Sie vermitteln einen Eindruck von der beschwerlichen Arbeit der Bergleute auf Silber- & Kobalterze, dem Rohstoff für die Produktion von blauen Farben. Um die Wasserkraftmaschinen der Gruben betreiben zu können, legte man den Filzteich an.

Blaufarbenwerk Schindlers Werk

Die erzgebirgische Blaufarbenproduktion dominierte viele Jahrzehnte in Europa. Das jüngste der ehemals fünf Blaufarbenwerke befindet sich in Zschorlau, wo es 1650 von Erasmus Schindler gegründet worden ist. Der Denkmalbestand zeigt den als Gemeinwesen gegründeten Hüttenstandort mit Produktions- & Funktionsgebäuden sowie Wohnhäusern.

Lauta

Bei Lauta in der Nähe von Marienberg gibt es Zeugnisse der Bergbaugeschichte, die bis ins 16. Jahrhundert zurückreichen. Zu den historisch bedeutendsten Gängen gehören die perlschnurartig aufgereihten Halden „Bauer Morgengang“ und „Elisabeth Flachen“. Jede Halde markiert den ursprünglichen Standort eines von mehreren Tagesschächten.

Rother Berg in Schwarzenberg

Die Eisenhütte Erlahammer befand sich im Stadtgebiet von Schwarzenberg. Von der einstmaligen Bedeutung des Werkes für die Eisenproduktion & -verarbeitung zeugt der Herrenhof aus der Mitte des 17. Jahrhunderts. In unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich die Bergbaulandschaft Rother Berg, wo ab Mitte des 13. Jahrhunderts Roteisenerze abgebaut worden sind.

Montanlandschaft Altenberg-Zinnwald

Die Montanlandschaft Altenberg-Zinnwald beschreibt die Gewinnung und Aufbereitung großer Mengen Zinnerze über einen Zeitraum von 600 Jahren. Bedeutende Funde bei Altenberg sind vom 15. bis 20. Jahrhundert erhalten. Der Bergbau in der Lagerstätte Zinnwald ist auf sächsischer & auf böhmischer Seite betrieben worden.

Der Saigerhüttenkomplex Grünthal

Das in Grünthal gefertigte Dachkupfer schmückt heute noch berühmte Gebäude in ganz Europa. Im Freilichtmuseum Schmelzhütte, dem eigentlichen Herzstück des Ensembles, wird die Technologie des Saigerns durch die verschiedenen Herde, Öfen und Wasserräder verdeutlicht. Das Saigern, ein Verfahren zur Gewinnung von Silber aus silberhaltigem Kupfererz, gab der 1537 von Bergmeister Hans Leonhardt gegründeten Hütte ihren Namen. Die Saigerhütte Grünthal war ein Gemeinwesen mit eigener Gerichtsbarkeit. Hier finden sich neben den Produktions- und Verwaltungsgebäuden auch Wohn- und Versorgungsgebäude.

Historische Altstadt Marienberg

Die 1521 gegründete Bergstadt Marienberg ist als Stadt am Reißbrett geplant worden. Der quadratische Grundriss, die Regelmäßigkeit und die Verteilung der Gebäude zeigen eine Idealstadt der Renaissance, die hier erstmals nördlich der Alpen geschaffen worden ist. Das zu Anfang des 19. Jahrhunderts errichtete Bergmagazin ist das einzige Zeugnis seiner Art im Erzgebirge.

Bergbaulandschaft Eibenstock

Im Westerzgebirge bei Eibenstock weist einiges auf die einstmalige Förderung von Zinn hin. In der Bergbaulandschaft liegen unmittelbar nebeneinander Raithalden & Wassergräben zur Erzauswaschung, die gegenwärtig noch vom obertägigen Zinnseifenbergbau zeugen. Verarbeitet wurde das Zinn in den umliegenden Eisenhämmern.

Verwaltungssitz Lauenstein

Die Burg Lauenstein wurde gegen Ende des 12. Jahrhunderts erbaut. Nach 1464 baute der Freiberger Ratsherr & Bergwerksbesitzer Hans Münzer die Burg zu einem Schloss um. Von 1517 bis 1821 befand sich Schloss Lauenstein im Besitz der Adelsfamilie von Bünau, die an der Entstehung des Bergbaus im sächsischen Erzgebirge beteiligt war.

Hochmittelalterliche Silberbergwerke Dippoldiswalde

Bereits im Hochmittelalter betrieben die Menschen im Erzgebirge Bergbau unter Tage. Davon zeugt die archäologische Stätte des Silberabbaus um Dippoldiswalde. Die gut erhaltene untertägige Bergbaulandschaft des 12./13. Jahrhunderts ist für die Erforschung der Frühgeschichte des erzgebirgischen Bergbaus von herausragender Bedeutung.

Pöhlberg

Auf dem östlichen Teil des Pöhlbergs, inmitten eines bäuerlich erschlossenen Gebietes, befindet sich ein seit dem 15. Jahrhundert belegtes Bergbaugebiet. Die untertägigen Grubenanlagen des 15. bis 18. Jahrhunderts sowie die originalen Kunstgezeugreste aus dem 18. Jahrhundert sind einzigartig für den erzgebirgischen Bergbau.

Bergbaulandschaft Buchholz

Wann endete die Uranförderung im Erzgebirge? Vor rund 30 Jahren endete der Uranabbau im Erzgebirge. Danach begann Deutschlands größte Umweltsanierung.

Als „St. Katharinenberg im Buchholz“ gegründet, entwickelte sich Buchholz zu einer Bergbausiedlung. Von der Zeit des Silbererzbergbaues zeugt die Hallenkirche mit ihrem kulturhistorisch bedeutenden Bergaltar. In der letzten Phase des Bergbaus entstanden durch den Uranbergbau Spitzkegelhalden, die im Erzgebirge nur noch hier erhalten sind.

Montanlandschaft Annaberg-Frohnau

Die traditionsreiche Bergbauregion ist in Annaberg-Buchholz immer noch auf Schritt & Tritt zu spüren. Bereits im Jahr 1530 war die Stadt nach Freiberg die zweitgrößte Stadt Sachsens. Der Bergbau im Annaberger Revier wurde auf unterschiedliche Bodenschätze betrieben, darunter u. a. Silber, Kupfer und Zinn, Wismut sowie verschiedene Steine und Erden.

Der Markus-Röhling-Stolln in Frohnau, nahe Annaberg, entwickelte sich im Laufe der Jahrhunderte zu einem der wichtigsten Stolln in der Region. Im Tal der Sehma befindet sich der Frohnauer Hammer. Ein Wasserrad betrieb drei unterschiedlich große Schwanzhämmer, ein zweites Wasserrad betätigte den doppelten Blasebalg am Schmiedefeuer. Bereits 1907 als erstes technisches Denkmal in Deutschland unter Schutz gestellt, repräsentiert er mit seiner Technik die Verarbeitung verschiedener Metalle im Erzgebirge.

Ehrenfriedersdorf

Die Region um Ehrenfriedersdorf ist eines der ältesten mittelalterlichen Zinnerz-Vorkommen in Deutschland. Bereits zu Beginn des 13. Jahrhunderts begannen Bergleute hier mit dem Abbau von Zinnerzen. Mit einer hier entwickelten Wasserhebetechnik konnte der zeitweilig ruhende Bergbau im 16. Jahrhundert wieder aufgenommen werden.

Die Montanlandschaft Freiberg

„Wir sind UNESCO-Welterbe Montanregion Erzgebirge“ – und mittendrin die Silberstadt Freiberg, die den Titel errungen hat. Die Montanlandschaft Freiberg ist das älteste und wichtigste Abbaugebiet für das Silber im Erzgebirge. Von 1168 bis 1968 ist in diesem Gebiet kontinuierlich Silber abgebaut worden. Freiberg wurde im Jahr 1168 als erste Bergstadt im Erzgebirge gegründet. Im Laufe der Zeit entstanden im Umfeld der Stadt Bergbaulandschaften.

Uranerzbergbau

Von Bedeutung für die Urangewinnung in Zeiten des Kalten Krieges waren vor allem die Gebiete im westlichen Erzgebirge, darunter Johanngeorgenstadt, Aue & Schlema. Neben der Schachtanlage 371 bei Bad Schlema dokumentiert die renaturierte Haldenlandschaft (unter anderem mit der Halde 366 bei Aue) die Phase des Uranerzbergbaus.

UNESCO-Welterbestätten in der Tschechischen Republik – Erzgebirge/Krušnohoří

Montanlandschaft Jáchymov

Jáchymov ist eine von 5 Stationen der Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří in Tschechien – das Erzgebirge beiderseits der deutsch-tschechischen Grenze ist eine einzigartige Kulturlandschaft, die untrennbar mit dem Bergbau verbunden ist.

Die Stadt Jáchymov, 1516 gegründet, an einem Steilhang des Erzgebirges, gehört zu den Geburtsstätten der Wissenschaft im Bereich Bergbau, Hüttenwesen & Mineralogie, deren wesentliche Grundlagen im 16. Jahrhundert von Georgius Agricola geschaffen wurden. 1716 entstand in Jáchymov die erste Bergschule der Welt.

Abertamy – Boží Dar

Zwischen 1529 und 1533, kurz nach der Gründung von St. Joachimsthal (später Jáchymov), entstanden in den hohen Lagen des Erzgebirges zeitgleich drei neue Bergstädte – Abertamy (Abertham), Boží Dar (Gottesgab) & Horní Blatná (Bergstadt Platten). Grund waren die reichen Silber-, Zinn- & Eisenerzfunde in der Umgebung.

Vrch Mědník (Kupferberg)

Der charakteristische Hügel mit der barocken Kapelle Unbefleckte Empfängnis Mariä aus dem Jahre 1674 ist sowohl im erzgebirgischen wie im europäischen Zusammenhang durch die große Anzahl historischer Bergwerke einzigartig. Auf einer kleinen Fläche waren vom 15. bis zum 19. Jahrhundert circa 70 Stolln & Schächte in Betrieb.

Roter Turm des Todes

Zeugnis eines Welterbe-Kulturdenkmals in Tschechien, das an die Zeit des Uranabbaus in der Region Jáchymov erinnert. Das Areal, in dem ein siebenstöckiges Gebäude aus roten Ziegeln dominiert, diente von 1951 bis 1956 als zentrale Aufbereitungs- & Sortieranlage der abgebauten, in die Sowjetunion gelieferten Uranerze.

Quelle: Freie Presse, erschienen am 07.07.2019

Weitere UNESCO-Welterbestätten in Deutschland

Kirchen & Klöster

  • Aachener Dom, Hildesheimer, Kölner, Naumburger und Speyerer Dom
  • Benediktinerkloster Corvey
  • Hildesheimer Michaeliskirche
  • Kloster Lorsch
  • Kloster Maulbronn
  • Klosterinsel Reichenau
  • Speyerer Liebfrauenkirche
  • Stiftskirche Quedlinburg
  • Wieskirche in Oberbayern

Luther-Stätten

  • Geburtshaus in Eisleben & Schlosskirche in Wittenberg
  • Wartburg

Burgen, Schlösser, Gärten

  • Augustusburg & Falkenlust in Brühl
  • Bergpark Wilhelmshöhe
  • Gartenreich Dessau-Wörlitz
  • Kulturlandschaft Mittelrheintal
  • Muskauer Park
  • Schloss Sanssouci in Potsdam
  • Würzburger Residenz

Kulturstätten

  • Museumsinsel Berlin
  • Opernhaus Bayreuth
  • Rathaus & Roland Bremen

Altstädte

  • Bamberg
  • Goslar
  • Lübeck
  • Quedlinburg
  • Regensburg
  • Stralsund
  • Weimar
  • Wismar

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